J.J. Cale & Eric Clapton - The Road To Escondido

Genre: Studioalbum
Veröffentlichung: November 2006
Produzenten: Eric Clapton, J.J. Cale, S. Climie
Label: Reprise / Warner
Format: 1 CD

Die Strasse nach Escondido, einem Ort in Californien, in dem John W. Cale - besser J.J. Cale - im Laufe seiner Karriere sesshaft geworden ist, erscheint uns äußerst holprig. Denn die Tracklist, die mit Titeln wie "Danger", "Missing Person", "Dead End Road" und "Last Will And Testament" prahlt, scheint wahrlich keine Butterfahrt zur Westküste zu besingen.

Dass elf der vierzehn Tracks aus J.J's Feder stammen, lässt uns Mutmaßungen darüber anstellen, ob wir es hier mit einer ausgeglichenen Kollaboration zweier begnadeter Musiker zu tun haben oder nicht. Auf dem ersten Blick jedenfalls nicht. Wenn wir aber die letzten vierzig Jahre beider Musiker betrachten, so kann man Cales und Claptons "Zusammenarbeit" auf eine simple, ausgeglichene Formel herunterbrechen: Cale schreibt gute Songs (z.B. "After Midnight", "Cocaine"), Clapton macht ein Cover und erntet den Erfolg. Cale, vom Typ noch verschlossener als Clapton, freut sich wiederum, dass seine Musik ohne großes Zutun Früchte trägt.

Dem Album, das schon im August 2005 aufgenommen, werden Einfüsse aus unzähligen Musikströmungen attestiert. Dass man bei Claptons Diskografie häufig zu solchen diffusen Genrebeschreibungen neigt - außer, es handelt sich um puren Blues - sollte bei "The Road To Escondido" niemanden mehr beeindrucken. Dass eine Platte zugleich Blues, Rock, Country, Soul und Folk beinhaltet, kann auf Alles und Nichts hindeuten. Betrachten wir derweil Cales veröffentlichte Platten, lernen wir aber, dass diese ominöse Symbiose ziemlich gut klingen kann. Auch ein Blick auf die hochkarätige Besetzung ist vielversprechend.

TRACKLIST:

1. Danger
2. Heads In Georgia
3. Missing Person
4. When This War Is Over
5. Sporting Life Blues
6. Dead End Road
7. It's Easy
8. Hard To Thrill
9. Anyway The Wind Blows
10. Three Little Girls *
11. Don't Cry Sister
12. Last Will And Testament
13. Who Am I Telling You
14. Ride The River

* Song von Clapton (mit)komponiert.

 

BESETZUNG:
Guitar, vocals: J.J. Cale
Guitar, vocals: Eric Clapton
Guitar: Doyle Bramhall II
Guitar: Derek Trucks
Guitar: John Mayer
Guitar: Albert Lee
Bass: Gary Gilmore
Bass: Willie Weeks
Bass: Nathan East
Bass: Pino Palladino
Drums, Percussion: Jim Karstein
Drums, Percussion: James Cruce
Drums: Steve Jordan
Drums: Abraham Laboriel Junior
Percussion: David Teegarden
Hammond Organ, W. Piano & Rhodes: B. Preston
Acoustic Piano, W. Piano & Rhodes: W. Richmond
Keyboards: J.J. Cale
Acoustic Guitar & Background Vocals: Christine Lakeland
Harmonica: Taj Mahal
Fiddle: Dennis Caplinger
Horns: Bruce Fowler
Horns: Marty Grebb
Horns: Steve Madaio
Horns: Jerry Peterson

3. REZENSION (Natasja, Bern) vom 31,12.2006:
Est ist wirklich eine super CD! (Natasja, Bern)

4. REZENSION (anonym) vom 14.01.2007:
Die cd ist einfach nur geil! Man kann beim Anhören sich super gut entspannen.

5. REZENSION (anonym) vom 19.07.2007:
Ich hatte noch nie was über j. j. Cale bis vor 3 Tagen gehört. Bin begeistert. Hab' mich voll in seine Musik und ihn verliebt. Ein ganz toller Musiker! Schade, dass ich jetzt erst übers Fernsehen von ihm erfahren habe! Aber von mir aus könnte er 100 Jahre sein - er ist vom Typ wie seine Musik. Eric Clapton hat Recht, den gibt es nicht wieder? Hoffentlich noch lange. Ich bin 49, habe die Musik wie gesagt das erstemal vor einer Woche gehört, bin begeistert. Schade leider nicht vorher, aber dafür hör ich sie mir im Moment 24 Std. an. Noch nicht überhört. Lieben Gruß an j.j. Cale
P.S. Schade, dass ich ihn nie kennengelernt habe. Ich find es toll dass er immer sein Weg gegangen ist.

6. REZENSION (anonym) vom 04.12.2007:
Einmalig gut. Die gesamte CD über umschmeicheln Clapton und Cale deine beiden Ohren. Super. Eine Frage habe ich alledings: Im Song "It's easy" singt Cale: "You don't have to BS her, you don't have to lie" Was heißt "to BS her"?

7. REZENSION (Rele) vom 07.10.2008:
Was 'BS' heißt? Vielleicht 'be sweet' oder auch 'bullshit' - 'you don't have to BS her' heißt dann im übertragenen Sinne: du musst kein Süßholz raspeln ...

8. REZENSION (anonym) vom 24.02.2009:
Ich bin 71 Jahre alt und habe das erste Mal von JJCale im Radio Bremen 1 gehoert. "When the war is over" . Ich war begeistert, und habe mir die CD "Road to..." schenken lassen. Phantastisch!!


In Deutschland erschienen.

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1. REZENSION (gerry) vom 16.09.2006:
Sensation! Ich habe die neue CD von Eric und J.J. heute bekommen. Über meine Quelle darf und kann ich nichts sagen. Es wurde mir auch ausdrücklich untersagt, Kopien anzufertigen oder Ausschnitte zu veröffentlichen. Nachfragen sind zwecklos. Beschreiben möchte ich meine Gedanken nach dem ersten Hören schon.
Vorneweg die Platte ist einzigartig. The Road To Escondido? Es gibt Straßen, die möchte man nur einmal bestreiten, auf anderen Pfaden jedoch kann man ewig wandeln. Manche Leute, die stets neue Ufer suchen, mögen jene als langweilig und wenig kreativ geißeln, die sich auf immer wieder neuen Nuancen einer vermeintlich längst bekannten Richtung konzentrieren. Und so findet sich im Simplen das sorgfältig versteckte Juwel, das für die Einzigartigkeit sorgen kann. So einfach ist das.
Ja, die Richtung der CD ist altbekannt: laid back. Die Musik ist nicht innovativ, aber trotzdem authentisch und erdig. An Cales Stil hat sich nichts geändert, sondern lediglich der Sound wurde restauriert. Die Abmischungen klingen irgendwie transparenter und ausgewogener. Das ist das Verdienst von Clapton und all den beteiligten großartigen Musikern. Jeder Song ist mit dezenten, aber äußerst geschmackvollen Soli unterlegt. In einem der Highlights "Last Will And Testament" heißt es "There's no guitar playing when you're dead." Also besser gleich jetzt und hier, schon startet anschließend eine atmosphärische Slide-Gitarre. Clapton und Cale teilen sich den Gesang gleichberechtigt und ergänzen sich hervorragend. Clapton geht gefühlvoll auf Cales Stimme ein, ohne sie zu imitieren.
Diese 16 Songs mit gesamt 53 Minuten ergeben mehr als nur ein 14. Studioalbum von J.J. Cale. Es ist keineswegs ein mühsamer Versuch zweier alten Rockheroen, noch einmal Aufmerksamkeit zu erheischen. Sondern ein richtig klasse Stück Rockmusik, dessen unaufgeregte, aber intensive Umsetzung auf die unglaubliche Erfahrung und den hohen gegenseitigen Respekt der beiden Protagonisten schließen lässt. All die Energie entladen und das Können immer wieder neue aufgebracht? Clapton und Cale haben es. Die ganz Großen.
P.S. Clapton sagte: "This was the realization of what may have been my last ambition, to work with the man who's music has inspired me for as long as I can remember" Letze Ambitionen? Wie wäre es einer Zusammenarbeit mit His Bobness.

2. REZENSION (Winfried Edmeier) vom 16.11.2006:
Ein "Must-Have-Album" haben J.J.Cale und Eric Clapton sicherlich nicht abgeliefert. Das Album ist jedoch blitzsauber arrangiert und liebevoll produziert. Simon Climie taucht zum Glück nur als Co-Producer auf. J.J.Cale, Purist, was seine Gitarrenarbeit angeht, veranlasst auch Clapton nicht, sich ein Bein auszureißen, was jedoch der Qualität der Soli keinen Abbruch tut. Die beiden müssen sich und ihren Fans schließlich nichts mehr beweisen. Hier kommen zwei ältere Herren zusammen, die die Musik machen, die ihnen gefällt. Bereits der Opener "Danger", von der Melodie her eher monoton, überrascht durch beider Gesang und den Solopart, den sich die beiden teilen. Stimmlich passen beide Künstler recht gut zusammen. Cale überlässt die Gesangsparts jedoch überwiegend Clapton, der mich stimmlich stark an seine jungen Jahre erinnert, in denen er noch sehr zurückhaltend und zerbrechlich geklungen hat. Das erste schnellere Stück "When this war is over" weckt in mir Erinnerungen an "Call me the breeze". Sei's drum. Mit dem nachfolgenden Titel "Sporting Life Blues" wird ein Stück von Brownie McGhee lässig interpretiert, bevor Albert Lee auf "Dead End Road" auf seine unnachahmliche Art und Weise seine Visitenkarte abgibt. Neben den beiden älteren Herren dürfen auch Derek Trucks und Doyle Bramhall II beweisen, warum sie Clapton auf seiner aktuellen Tournee unterstützen dürfen. Derek Trucks spielt die Slide-Gitarre melodiös, während Doyle Bramhall eher dreckig, rotzig daherkommt. Mein Favorit ist eindeutig Cale's Oldie "Dont' cry sister", der von Gitarren nur so wimmelt und mit einer einprägsamen Gitarrenlinie aufgemotzt wird. Schade, dass wir den ausgezeichneten Keyboarder Billy Preston, der die Songs geschmackvoll mit seinen Fills unterlegt, wohl zum letzten Mal auf einer CD hören.
Insgesamt eine gelungene CD, die bei jedem Mal hören besser wird. Eine Platte für geruhsame Abende allein oder zu zweit mit Rotwein und Sonnenuntergang. Was bleibt ist die Frage: "Warum nur 53 Minuten?"