Special Review: EC in New Orleans 3/23/2013

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Special Review: EC in New Orleans 3/23/2013

Beitragvon Louisblues » So 24. Mär 2013, 19:23

Hi aus New Orleans
an alle die mich kennen und nicht kennen. How are you all doing?

Die Liebe zum Blues und Jazz hat mich fuer 2 Wochen nach New Orleans verschlagen und da dachte sich Eric Clapton, dass er mir eine Freude macht, und ebenfalls hier aufschlaegt. Natuerlich habe ich mir das nicht entgehen lassen. Ich wollte Eric ja nicht enttaeuschen ;)

Ca. 1 1/2 Stunden vor Door Opening war ich vor Ort. Es standen nur ein paar hundert Menschen vor der Halle. Nichts deutete auf EC hin. Ein wenig Enttaeuschnung machte sich breit. So wenig Euphorie? Nur der Dome direkt angrenzend imponierte.

Eine Stunde vor Beginn wurden die Tueren geoeffnet. Die Halle gleicht aehnlichen grossen Hallen (Lanxess Arena in Koeln oder Koenig Pilsener Arena in Oberhausen) in Deutschland. Nur gibt es wesentlich vielfaeltigere Getraenke und Essstaende. Alles laeuft in ruhiger, unaufgeregter und amerikanisch entspannter Athmosphaere ab.

Kurz vor 19:30 bin ich zu meinem Platz und wurde sogleich freundlich von einem jungen Paar aus New Orleans zur rechten und einem Paar aus dem benachbarten Missississippi zu meiner linken begruesst. Die Halle war zu etwas 2/3 gefuellt. Puenktlich legten The Wallflowers los.Ein guter Opener und ein guter Auftritt, der ein anderes Ambiente verdient gehabt haette. Aber ich beobachte auch bei mir ein mangelndes Interesse, wenn ich ein grosses Konzert erwarte. Nach 40 Minuten beendete die Band ihren Auftritt und wurde mit hoeflichem Applaus verabschiedet.

Die 30 Minuten Umbaupause waren schnell mit netten Gespraechen mit meinen Nachbarn ueberbrueckt. Solchen Gespraechen kann man hier nicht entgehen... will ich ja auch nicht :)

Bevor ich mit EC beginne, muss ich noch anmerken, fuer die, die mich nicht kennen, dass kein ausgewiesener Clapton Fan bin, sondern Bluesfan. Und als solcher steht bei mir Eric Clapton als Bluesman ganz oben auf der Favoritenlisten, zusammen mit Buddy Guy u.a.

Vorab: Ich habe ein grossartiges Konzert erlebt.

Um 20:40 betraten Eric und seine Band die Buehne... tosender Applaus. Eric winkt freundlich ins Publikum, Ein kurzes "Good evening" und es geht los mit "Hello Old Friend". Finde ich Klasse als Opener. Das Publikum applaudiert herzlich. Bei "My Father's Eyes" habe ich das Gefuehl, dass Eric Probleme mit den hohen Toenen hat. Egal. Ist eh nicht mein Song. Fuer mich geht's richtig los mit "Tell the Truth"... ein Knaller. Das Publikum findet das ebenfalls so und die Lautstaerke des Applauses steigt. "Gotta Get Over" fuer mich der einzige Song von neuen Album, der es verdient hat auf die Buehne gebracht zu werden, wird ebenfalls vom Publikum und mir gut aufgenommen.

Schon jetzt faellt mir auf, es ist ein Konzert der Band und nicht nur Erics. Eric laesst seinen Mitspielern viel Raum... und das ist auch gut so :D
Das anschliessende "Black Cat Bone" finde ich ganz grosse Klasse.

Und dann kommt fuer mich der erste grosse Hoehepunkt "Got to Get Better in a Little While"... wahnsinniges Tempo, super Gesang, tolles Solo... einfach umwerfend. Deshalb bin ich hier :D Vereinzelt springen die Menschen am Ende auf und tosender Applaus. Nachdem Eric sich schon vorher mehrmals brav mit einem "thank you" bedankt hat, meint er jetzt: You are a great audience". Und er hat recht...

"Tempted" kenne ich gar nicht, faelt gegen "Got to..." ein wenig ab.

Und dann kommt der erste gaaaaanz grosse Hoehepunkt... beim Sheriff... Ganzkoerpergaensehaut. Klasse Background Gesang, Super Gesang von Eric und zum Schluss das Solo... der absolute Wahnsinn. Eric scheint sich richtig in Extase zu spielen, zumindest komme ich langsam hinein. Am Ende frenetischer Applaus, die Haelfte der Halle steht... standing ovation.

Aus diesem Kracher geht es - fast - nahtlos in ein wunderschoenes, ruhiges "Drifting"... zum Hineinlegen schoen. "Nobody Knows You When You're Down and Out" ist ebenfalls wunderschoen. Darin erkennen wir uns ja schliesslich alle wieder... Na ja, bis auf die 1. Zeile ;)

Ich habe dann ein wenig Pause und kann mich bei "Tears in Heaven", "Goodnight, Irene" und "Wonderful Tonight" auf den weiteren Verlauf des Konzerts freuen. Das gilt natuerlich nicht fuer den Rest des Publikums. Auch auf diese Songs haben viele gewartet und bekommen den entsprechenden Applaus. Ist halt nicht meine Baustelle. Ich wuesste etwa 100 Songs, die ich lieber hoeren wuerde. So what... Bemerkenswert ist noch, dass man bei "Tears In Heaven", die beruehmte Stecknadel haette fallen hoeren koennen. Und am Ende gab es verhaltenen Applaus. Offensichtlich wissen auch die Amis, was sich gehoert.

Fuer mich beginnt nun der grossartigste Teil des Konzerts: "How Long", "Stones in My Passway", "Love in Vain", "Crossroads"... ein einziges Bluesfestival. Hier faellt mir ganz besonders auf, dass Eric sich stark zurueck haelt. Greg Leisz mit der Pedal Steel und Doyle Bramhall II mit und ohne Slide setzen fetzige Akzente. Ich find es Klasse. An einigen Stellen tritt auch der Bass stark in den Vordergrund. Nicht zuvergessen ist auch der Drummer, der einen tollen Job verrichtet und einen klasse Rhythmusteppich legt. Nach jedem Stueck frenetischer Aplaus. Ueberall springen immer wieder Menschen auf... der Wahnsinn.

Und dann kommt "Little Queen of Spades"... Hatte ich gedacht, es gibt keine Steigerung mehr sehe ich mich enttaeuscht. Alle Musiker geben hier noch einmal ihre Visitenkarte mit tollen Soli ab, allen voran Chris Stainton, der ein langes immer schneller werdendes Solo hinlegt. Man kann den Fingern uaf dem Bildschirm kaum folgen. Immer wieder springen Menschen auf und jubel... Ganzkoerpergaensehaut... Wahnsinn :!: :!: :!: :!: :!: :!: :!:

Das war fuer mich der absolute Hoehepunkt des Abends und allein das Eintrittsgeld wert. :D

"Cocain" nicht unbedingt mein Favorit, bringt das Haus nun komplett auf die Beine und die Band laesst es maechtig krachen und mit einem donnerneden "Cocain" aus tausenden von Menschenkehlen ist Schluss.

Die Band verlaesst die Buehne. Weiter frentischer Applaus... Encore Rufe... die ganze Halle steht und nach ca. 3 Minuten kommt die Band zurueck.

Weiter geht's mit einem krachenden "Sunshine of Your Love" indem Eric noch einmal seine Kuenste zeigt. Mit Pauls Carracks "High Time We Went" ist dann endgueltig Schluss.

Weiterhin tosender Applaus... standing ovation. Keine, wirklich keiner sitzt seit Cocain mehr auf seinem Platz... und dann... Eric versammmelt seinen Mannen und Frauen um sich... und dann kommt er... der Triple Bow.

So... und jetzt muss ich mein zweites Fruestueck im diner meines Vertrauens einnehmen :D

Greez from the Bigg Easy to Good old Germany

Louisblues

PS: Sorry, wenn es noch Tippfehler gibt, aber dies Tastatur bringt mich noch um den Verstand ;)
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon CaPo » So 24. Mär 2013, 20:05

Louisblues,

ich sag einfach nur: Danke für dieses großartige Konzert-Review! :)

Es macht Spaß, das zu lesen und es rückt auch einige (eigene) Eindrücke und Meinungen in ein anderes Licht.
Bei diesem Auftritt zeigte sich ja auch eindeutig, wie sehr sich das Publikum auf EC auswirkt....und umgekehrt natürlich auch.
Gruß
Carsten
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon layla » So 24. Mär 2013, 21:41

Hey Louisblues,

ich freue mich sehr von Dir zu hören bzw. zu lesen.
Vielen Dank für diese umfassende review von einem wohl sehr beeindruckenden Konzert!!
Ich hatte "goose bumps" beim Lesen.

Hoffen wir, dass EC & Band diese Energie und Spielfreude mit über den großen Teich zu uns bringen.

Dir wünsche ich noch wunderbar bluesige Tage in New Orleans

Viele Grüße
Layla
“When the power of love overcomes the love of power, the world will know peace.” (Jimi Hendrix)
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon joa » Mo 25. Mär 2013, 00:26

Hi Louisblues!

Schön von Dir zu hören ;)

Vielen Dank für den schönen Bericht von einem offenbar tollen Konzert! Du bist zu beneiden :o

Weiterhin viel Spaß in NOLA

Gruß, joa
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon keyblues » Mo 25. Mär 2013, 09:29

Hi Louisblues,
Du bist echt zu beneiden.
Offensichtlich bist Du immer dann am richtigen Ort, wenn dort was los ist.
Danke für Deinen authentischen Bericht. Da kann selbst die Tube nicht mit-
halten.
Ich wünsche Dir noch viele solcher Eindrücke in NOLA.
Grüße nach dort
keyblues
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon smile07ec » Mo 25. Mär 2013, 14:19

Auch von mir "vielen Dank" für Deinen Gänsehaut-Bericht, Louisblues. Man bekam quasi bestätigt, was man bei den Clips erahnte. Klasse, wenn man so ein Konzert erleben durfte. Schöne Tage noch.
Gruß
Petra
...und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen Astrid Lindgren
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon layla » Mo 25. Mär 2013, 14:48

Aus einer review in whereseric.

Eric is NOT using the tweed Fender Twin amps for this tour. My tickets were in the 6th row and I could tell his tone was a lot brighter this time. After fighting my way up to the front after the show, I think he's using a Dumble! It's a small black amplifier placed next to the Leslie (which I don't think he used all night). Whatever this new amp was, it sounded fantastic!

Not enough is being said about how incredible Steve Jordan is. The energy and discipline that he brings to this band add a fantastic edge to the songs. While I certainly love and appreciate the work of Steve Gadd, I prefer Jordan's groove for Eric's music. The way that Jordan locks in with Willie Weeks is off the charts. "Got To Get Better In A Little While" ... We are use to some funk here in New Orleans, and that tune blew me out the water.


http://whereseric.com/eric-clapton-news/303-news-new-orleans-clapton-rocks-big-easy

Gruß
Layla
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon Louisblues » Mo 25. Mär 2013, 19:11

Hi Layla,
danke fuer das Zitat.
Insbesondere den Teil ueber Steve Jordan kann ich voll bestaetigen. Er ist in meinem Review etwas zu kurz gekommen. Aber es war grossartig, was der Mann leistete.

Der Sound war uebrigens sehr gut in der Halle. Ich sass - leider hatte ich mich zu spaet gekuemmert - der Buehne gegenueber, also meilenweit entfernt. Trotzdem war der Sound Klasse. Da habe ich in Koelle in der Lanxess Arena wesentlich schlechteres gehoert.

Greez from the Big Easy

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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon Sally » Mo 25. Mär 2013, 19:30

Hallo Louisblues,

wie schön von dir zu lesen bzw. zu hören :D

Was für eine super Review von einem wohl fantastischen Konzert. Schon Gänsehautfeeling beim Lesen ... vielen Dank für diesen ausführlichen Konzertbericht.

Wünsche dir noch einen schönen Urlaub mit jede Menge Blues und Jazz auf den Ohren ;)

Liebe Grüße

Sally
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Re: Eric Clapton at New Orleans 3/23/2013

Beitragvon Louisblues » Mo 25. Mär 2013, 20:05

Hi Sally, Layla und alle anderen,
ja, es war ein super Konzert.
Danke für die lieben Wünsche bzgl. New Orleans. Es ist eine unglaubliche Stadt mit toller Musik in unzähligen Bars jeden Abend.
I'm having a great time :-)
Greez from the big easy...
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