Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Gute Musik aus Blues, Rock und R&B

Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon gooseman » So 4. Sep 2016, 13:46

Was ein Spass auf der Bühne und davor. Ein super Konzert mit klasse Songauswahl.

AAABEER: Das, was sich Frankfurt mit dem Sound geleistet hat, war eine Unverschämtheit. Übersteuert, viel Echo, zu laut, viel zu undifferenziert. Und das bei DER Performance. Es ist schon ein Jammer. Ich saß auf der Haupttribüne und von dort konnte man immerhin einen ca. 150 Meter langen "Stehplatzbereich" ablaufen. Auf meinem Platz war alles unterirdisch. Je näher ich an die Bühne kam, desto "besser" wurde es, aber niemals wirklich akzeptabel. Wahrscheinlich hätte es schon geholfen, wenn die das Dach aufgemacht hätten. Es war wie ein Sterneessen, dass einem kalt serviert wird und bei dem der Wein ausgegangen ist.
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon smile07ec » So 4. Sep 2016, 18:02

Ich hab ausgeschlafen ;) -also los:

Heilige Sch.... war das laut!!!!!!!!!!! Den Sound selbst fand ich jetzt nicht so schlecht auf meinem Platz gegenüber der Bühne auf der Osttribüne, aber wenn die zwei Saxophons und der Trompeter loslegten, dann hatte ich das Gefühl, mir sprengt's gleich den Kopf entzwei. Die Frau neben mir presste sich ständig die Hände auf die Ohren und nach ein paar Songs war sie verschwunden. Draußen hörte ich nach dem Konzert überall die Leute über die Lautstärke reden - sofern noch etwas durch meine malträtierten Ohrgänge durchkam. Ich glaube, das war nach dem Motörhead-Desaster, von dem ich hier schonmal schrieb, das lauteste Konzert, bei dem ich je war - und ich erlebte bisher sehr viele laute Konzerte.

Die Show war einmalig, die Songauswahl und das ganze Drumrum perfekt und man muss das wirklich mal erlebt haben. Hoffentlich lässt er sich nicht wieder zehn Jahre Zeit, nach Deutschland zu kommen, denn ich möchte ihn unbedingt nochmal sehen und NY wäre mir definitiv zu teuer/weit. Durch die ganze Show zog sich New York wie ein Roter Faden. Die Videos, die Songs - NY war die kompletten 2 1/2 Stunden präsent.

Ich hatte nur das Handy dabei und filmte relativ wenig, sondern genoss einfach den Abend, aber ein paar Sachen hab ich und stelle sie bei Youtube rein. "Piano Man" ist schon drin
https://www.youtube.com/watch?v=ClwoaHXynsY
die anderen laden gerade, bzw. kommen in den nächsten Tagen. Sind 4K-Videos und mit meiner veralteten Technikausstattung laden die leider ewig.

Dass die Musiker erstklassig sind, dachte ich mir schon, aber dass sie das nicht nur mit ihren Instrumenten, sondern auch gesanglich waren, überraschte mich dann schon sehr. Da schnallte sich Billy mal schnell ne Gitarre um und rockte mit dem singenden Gitarren-Techniker "Highway to Hell", oder der Gitarrist gab unter tosendem Applaus plötzlich ein Gänsehaut-"Nessun Dorma" mit Billy's Klavierbegleitung. Die Bühnengestaltung war überragend. Der Flügel stand auf einer Drehscheibe, die immer wieder in Bewegung war und somit die Konzertbesucher nie falsch saßen und nur Billy's Rücken sahen. Die Videoleinwände waren versetzte Streifen und außenrum ein Rahmen aus Scheinwerfern und bei einigen Stücken ging die Lightshow ab, dass man Angst haben musste, taub UND blind aus dem Konzert zu gehen.

Was mich sehr ärgerte, war die teilnahmslose Bequemlichkeit der Konzertbesucher bei mir auf der Tribüne. Der Mann neben mir saß den kompletten Abend über ohne jede Regung da, sogar applaudieren war ihm scheinbar zuviel. Er saß nur gelangweilt da. Die Damen neben mir verschwanden ja relativ schnell, die erste Reihe vor mir war komplett leer (wahrscheinlich wegen der Sichtbehinderung durch das Geländer nicht angeboten), und auch fast der komplette Block neben mir war leer. Hinter mir blieb man schön den ganzen Abend über sitzen, also konnte ich auch nicht aufstehen, weil ich denen ja sonst die Sicht genommen hätte - nur zum Schluss war mir das wurscht und ich blieb einfach stehen. Das war dann meine Rache für den Schweißfußgeruch, der mir immer mal um die Nase wehte, wenn mein "Dahinter" wieder gemütlich die Füße ausstreckte.
Richtig ab ging es eigentlich nur unten vor der Bühne, wobei auch das aus meiner Position ziemlich abtörnend aussah, weil die Fläche nur in der Mitte bestuhlt und rundum alles leer war. Im hinteren Drittel der Arena standen nur vereinzelt ein paar Leute, ansonsten sah man außer Bierholer/Toilettengänger und ein paar Securitys nur blanken Boden. Verstand ich irgendwie nicht so ganz, denn das passte überhaupt nicht zum Hype um diesen Auftritt. Um dieses ewige Getränke holen-Gerenne auf den Tribünen zu vermeiden, schickte man wohl unzählige Bauchladen-Verkäufer mit Eis, Cocktails, Getränken... los. Nette Idee, aber sehr nervig, wenn man in der zweiten (ersten) Reihe sitzt und die einem ständig vor der Nase rumlaufen und natürlich auch stehenbleiben, wenn sie was hochreichen oder kassieren müssen.

Alles in allem war es trotzdem ein gelungener schöner Abend und ich bereue die teure Eintrittskarte wirklich nicht. Dieses Gesamtpaket Billy Joel einmal live zu sehen, war jeden Cent wert - und die nicht so tollen Begleiterscheinungen wie Sound etc. stelle ich einfach mal hinter die Tür und erinnere mich an die tollen Momente. Meine Ohren werden sich hoffentlich irgendwann wieder erholen. Im Moment ist alles noch dumpf und auch der Kopf schmerzt ein bisschen - a b e r : Ich hab Billy Joel live erlebt. Also, was soll's!!

LG Petra
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon gooseman » So 4. Sep 2016, 18:08

Tja Petra, da hast Du Recht. Vor der Bühne ging es richtig ab! Das konnte ich von oben gut sehen. Ich konnte allerdings auch gut sehen, dass die Leute gar nicht mehrheitlich die aus den ersten Reihen waren (die teuer dafür bezahlt hatten), sondern Fans von hinten, die einfach vorgelaufen sind. Die Ordner schafften am Anfang noch "Ordnung", waren dann aber überfordert bzw. zu wenige. Ich lasse das mal unkommentiert, mich hätte es aber als Inhaber eines Premiumplatzes sehr geärgert. Sei's drum, Billy Joel war grandios, das Drumherum teils desaströs. Warum man bei schlechtem Sound noch aufdrehen muss, entzieht sich meinen technisch, akustischen Kenntnissen.
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon smile07ec » Mo 5. Sep 2016, 00:25

Vor der Bühne machten nicht nur die hinteren Arenen-Plätze Party, sondern die sprangen bei mir auch über das Geländer in die Arena und rannten den Ordnern Richtung Bühne davon. Ich dachte kurzzeitig auch mal dran, mich "sportlich zu betätigen", aber angesichts meiner relativ unsportlichen Verfassung blieb ich halt bei meinem Schweißfüßer sitzen.

LG Petra

PS: Das ist doch mal ne passende Kritik
http://www.n-tv.de/leute/musik/Billy-Jo ... 45961.html
und die erst recht:
http://www.fr-online.de/frankfurt/konze ... 07534.html
und die sowieso
https://www.regioactive.de/review/2016/ ... Nbm6H.html

Bin so happy, dass ich dabei gewesen bin! Sound hin oder her. Und Hörschaden? Oft besser, man hört nicht alles! Also alles gut! :)
Habt Ihr was gesagt? Ich hör Euch grad nicht so richtig :D ;)
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon gooseman » Mi 7. Sep 2016, 11:22

Auf Eventim sind jetzt die ersten Bewertungen zu lesen. Du meine Güte! So viel enttäuschte Fans. Und der Veranstalter weist darauf hin, dass der Sound die alleinige Entscheidung von Billy Joel war. Wer's glaubt...
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon gooseman » Do 8. Sep 2016, 10:17

Billy Joel hat nun ebenfalls ein offizielles Statement abgegeben. Der Veranstalter schiebt den Soundbrei auf den Künstler. Und der Künstler auf die Gegebenheiten im Stadion. Das hätte man erstens vorher wissen müssen und zweitens habe ich schon Konzerte im Waldstadion gesehen, die soundmäßig viel besser waren.
So hat mich Herr Joel das letzte Mal gesehen! Bei Waters und Springsteen hat das mit dem Sound in Frankfurt ja auch hingehauen. Veräppeln können die sich selber, und dann noch bei den horrenden Preisen. :evil: :evil: :evil:
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon smile07ec » Fr 9. Sep 2016, 21:25

Tja, das ging dann ja mal kräftig in die Hose. War für mich trotzdem ein tolles Erlebnis, obwohl ich drei Tage lang das Gefühl hatte, ne Schüssel überm Kopf gestülpt zu haben. Ich glaube, so oft hab ich noch nie "häää" gesagt, wie in den Tagen nach dem Konzert. Meine Kollegen amüsierten sich prächtig darüber.

Vielleicht kriegen wir beim nächsten Billy Joel-Konzert nen Schmerzrabatt, wenn wir unser Frankfurt-Ticket vorlegen, gooseman ;)

LG Petra
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon gooseman » Fr 9. Sep 2016, 22:03

Nach dem Statement von Billy Joel wird es für mich kein weiteres Billy Joel Konzert mehr geben! Wie kann man die Fans nur so vor den Kopf stoßen. Erst die dicken Preise abrufen und dann einen Dilletanten an den Sound lassen. Nein, nein, so geht das nicht. Ich habe noch nie ein schlechteres Gesamtpaket geliefert bekommen wie dieses Konzert.
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon Squonk » Sa 10. Sep 2016, 15:16

Ich sehe den schwarzen Peter definitiv bei MLK. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Billy Joel explizit dieses Stadion ausgewählt hat für sein einziges europäisches Festlandkonzert in 10 Jahren (zumal er da ja noch nicht gespielt hatte vorher). Ich glaube auch, dass der Tonmensch ein guter ist und die Technik höchste Qualität hat. Das Stadion ist einfach Quatsch für Konzerte - bei Grönemeyer und U2 hatte ich noch schlechteren Sound (egal ob Tribüne oder Innenraum) und einzig Genesis 2007 war in Ordnung (aber auch da hat sich der Tonmensch negativ über das Stadion geäußert).
Da die Tickets für Billy Joel heute Abend in Wembley deutlich günstiger sind, denke ich auch, dass die Preispolitik und Bewerbung (für das "Konzerterlebnis des Jahres" denken die wohl, >300€ für die besten Tickets seien angemessen) von MLK aus Frankfurt kommen und nicht von Billy Joel.
(Ich finde es übrigens auch bemerkenswert, dass sich der Künstler selbst dazu äußert.)
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Re: Billy Joel Konzert am 03.09.2016 in Frankfurt/Main

Beitragvon smile07ec » Sa 10. Sep 2016, 16:40

Also, dass es soundtechnisch besser in der Commerzbank-Arena geht, hat vor ein paar Jahren Roger Waters mit "The Wall" gezeigt. Auch hier war der Sound natürlich nicht so optimal wie z. B. in der SAP, aber für ein Stadion doch in Ordnung. Ich finde, bei Billy Joel hat die irre Lautstärke sehr viel kaputtgemacht, wie bei einem zu heiß gegessenen Essen. Mit verbrannter Zunge schmeckt man auch nix mehr richtig. Dass er und seine Leute dachten, es sei ein tolles Konzert, weil das Publikum so mitging (zumindest vor der Bühne), mag sein. Aber bei so einem Event habe ich doch ringsum meine Tontechniker und Mitarbeiter und denen hätte der miese Sound spätestens auffallen müssen, als das erste Trompetensolo kam und sich die Leute reihum die Ohren zuhielten. Die hätten sofort reagieren und zumindest die Lautstärke senken müssen. Das war ja teilweise wirklich fast schon Körperverletzung.

Ich glaube aber auch, dass MLK die Schuld daran trifft. Die kennen die Locations sehr genau und wissen nur zu gut, wie es um die Akustik in den diversen Spielstätten steht. Ein Billy Joel hat sicher nicht gesagt "ich gebe mein einziges Konzert in der Frankfurter Commerzbankarena und nirgendwo anders". Der hat sich auf den Veranstalter verlassen und als er beim Soundcheck merkte, dass diese Location akustisch nichts taugt, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. MLK haben eine Location gewählt, bei der sie die wenigste Arbeit hatten und die von allen Seiten Deutschlands gut erreichbar war, um möglichst viele ihrer völlig überteuerten Tickets zu verkaufen. Ich krieg langsam schon die Krise, wenn ich den Namen Marek Lieberberg höre. Das war nun nach Rock im Park 2016 und Bruce Springsteen mein drittes Event unter deren Leitung, das organisatorisch "unter aller Sau" war (sorry, aber ich kanns nicht anders beschreiben). RiP war fast lebensgefährlich (die Berichte auf Eventim etc. sprechen Bände), über unser Boss-Desaster habe ich hier schon ausführlich berichtet und jetzt noch die soundtechnisch völlig ungeeignete Location für Billy Joel. MLK sollte boykottiert werden, aber dann blieben nicht mehr viele Konzertbesuche übrig.

Dass Billy Joel sich selbst zu diesem Thema äußerte, zeigt eigentlich, dass es ihm nicht egal ist. Finde ich auch gut. Ich möchte ihn mir unbedingt nochmal angucken, keinesfalls aber nochmal in einem Stadion. Von Stadionkonzerten habe ich im Moment die Schnauze voll.

LG Petra
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