Hyde Park Festival London (UK)
am 28.06.2008 im Hyde Park

Im Rahmen der Europa-Tournee machen EC und Band einen Abstecher beim Hyde-Park Festival in London. Mit dabei auch eine menge anderer bekannter Künstler aus der Szene. Die Setlist hat sich kaum verändert ("Double Trouble" wurde nicht gespielt).

DIE SETLIST
(Änderungen zum vorigen Konzert sind fett markiert)

1. Tell The Truth
2. Key To The Highway
3. Hoochie Coochie Man
4. Outside Woman Blues
5. Here But I'm Gone
6. Why Does Love Got To Be So Sad
7. Driftin'
8. Rockin' Chair
9. Motherless Child
10. Travellin' Riverside Blues
11. Running On Faith
12. Motherless Children
13. Little Queen of Spades
14. Before You Accuse Me
15. Wonderful Tonight
16. Layla
17. Cocaine

Zugabe:
18. Crossroads (mit Sheryl Crow, John Mayer und Robert Randolph)


EC und Doyle in London. Foto: Luisa_Musika

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Review und Fotos von Luisa_Musika

Wer an London denkt, denkt auch an Regen. Man wurde jedoch eines besseren belehrt. Der Festivaltag war ein Tag zum Sonnenbaden und zum Sonnenbrand bekommen. Die Bühne war sonnenüberflutet, was auf jeden Fall schon einmal Jason Mraz und Cheryl Crow inspirierte. Wir waren rechtzeitig da und hatten daher noch ein wenig Zeit uns mit Bernd zu unterhalten und uns vorderste Plätze zu ergattern. Dann der erste Schock - der Veranstalter wünschte uns ein super Konzerterlebnis das nun Westlife??? eröffnen würde. Das Raunen in der Menge ließ ihn jedoch davon abkommen Westlife als Opener auftreten zu lassen. ;-)) Opener waren zum Glück die "Steve Boyce Band", die ich gar nicht kenne, aber zumindest die "Insulaner" kennen die Band. Einige der treuen Fans - na klar auch am T-shirt erkennbar - waren schon früh gekommen und konnten daher ihren Favoriten von den besten Plätzen aus gut anfeuern. Schlecht waren die Jungs nicht - aber halt Mainstream Rock. Dann kam meines Erachtens der erste Kracher - "Robert Randolph" - Randolph spielte wie der Teufel, wobei mitunter sein Stuhl in die Fender-Amps flog. Wie rücksichtslos von Ihm ;-) Er ist Live einfach ein Genuß. Der nächste war "Jason Mraz", mir bis dahin ebenfalls unbekannt, den Inselbewohnern dafür umso mehr. Er überzeugte durch seine guten Mischung aus Rock mit lateinamerikanischen Einflüssen. Da kam durchaus Stimmung auf und passte auch zum aufkeimenden Sommer-, Sonne- und Strandgefühl. John Mayer hatte wohl so seine Probleme als "Vorgruppe" für E.C. aufzutreten. Er maulte ein wenig auf der Bühne herum, zog sich zwischendurch irgendein Kraut rein und spielte vor sich hin. Für mich war er der schwächste Act an diesem Nachmittag. Mit Sheryl Crow kam wesentlich mehr Bewegung in die Festivalbesucher. Das erste mal war sowas wie eine Woge der Begeisterung im Publikum zu spüren. Im Gegensatz zu E.C. war Cheryl Crow immer nah am Publikum und präsentierte sich in absoluter Spiellaune. Die Blumenkinder sangen in den 60'ern von der freien Liebe und 2008 singt Cheryl Crow vom Gasoline for free ... ob das E.C.'s Einfluß ist? So ändern sich die Zeiten :-)) Wobei mir persönlich jetzt Liebe doch noch wichtiger wäre als billiger Sprit......:-)) Wie so vieles an diesem Nachmittag war dieser Song auch neu für mich.

Dann kam Eric - Beifall brauste auf - Heimspiel - der Herr ergraut langsam in Ehren . Ich stand etwas rechts der Bühnenmitte und sah (und auch das Publikum) öfter E.C's Rücken. Tell The Truth und Key To The Highway waren schon mal ein guter rockiger Einstieg. Die Solopassagen zeigten einen vor Spielfreude sprühenden "Altmeister". Outside Woman Blues und Here But I'm Gone war mir "neu" - wie so vieles an dem Tag - Danke für die Setlist Bernd. Bei Why Does Love Got To Be So Sad kam wieder Bewegung in die Menge. Die akustische Version von Driftin' war mir ebenfalls neu und ich bin begeistert davon. E.C. spielte an diesem Abend tolle Solopassagen. Ich bin schlicht begeistert. Bei Wonderful Tonight, Layla und Cocaine bewies das Publikum Textsicherheit und sang die drei Knaller gleich mit. Das Festival erreichte definitiv sein absolutes Stimmungshoch. Zwischendurch wurden immer wieder Rufe aus dem Publikum nach Crossroads laut - nach kurzer Pause wurde dieser Wunsch dann auch erfüllt und die "Vorgruppen" (auch Mayer - die Fans mögen mir verzeihen) erschienen alle noch einmal auf der Bühne um ihn gemeinsam mit E.C. zu intonieren. Auf großen Videoleinwänden hinter unseren Helden konnte man in Großaufnahme und im Detail das Gitarrenspiel mitverfolgen: 10 Punkte für die Bildregie.

Ich hoffe es gibt bald die DVD zu kaufen. Schade das es damit schon zu Ende war. Die Zeit als Cheryl Crow und E.C. auftraten verging einfach wie im Flug. Aber es war nach 22Uhr und die Londoner rund um den Hyde Park wollten wohl schlafen gehen ... obwohl die Stadt schläft, zumindest am WE, doch auch nie! Das ganze Festival war übrigens perfekt organisiert. Die Security war in den Umbaupausen damit beschäftigt die Konzertbesucher mit Wasser zu versorgen. Zuvor verloren einige Mädels in der Hitze das Bewußtsein und mussten versorgt werden. Gute Besserung Ihr habt was verpasst... :-((

Fotos von Sam Schlagenhaufen








Review von Annedore

da Termine und Orte von EC's Auftritten in Deutschland überhaupt nicht mit unseren Plänen vereinbar sind ( allerdings werden Freunde in Leipzig erstmals zum Konzert gehen, wie schon meine Stichelschwester in Noblesville / IN ), haben wir gleich bei Bekanntgabe des Londoner Auftrittes Karten bestellt und Flüge gebucht ...... schmunzelnd mit der Erinnerung an das beinahe gleiche Datum vor 12 Jahren, ebenfalls am Vorabend des Europemeisterschaftsendspiels. Bis auf das Resultat (Spanien hätte höher gewinnen müssen ) wiederholte sich unser Erlebnis, wenn auch mit veränderter Musikauswahl, anderen Vor- und Begleitmusikern und zum Glück !! keinen deutschen Fans am Hotel. Mit dem Wetter hatten wir die ganze Woche Glück, im Gegensatz zu den Besuchern beim Glastonbury Festival - die kamen am Sonntag mit Gummistiefeln zurück. Lediglich am Freitag tröpfelte es  mal, aber da hatten wir eine wenig informative Führung im Chelsea Stadium auf unserem Programm ( Wembley, die Schalke Arena und sogar unser neues Borussenstadion sind richtige Kracher dagegen ), und hofften auf eine nicht zutreffende Vorhersage für Samstag. Mein Göttergatte besorgte einen Knirps, denn von der Mitnahme eines großen Stockschirms kann ich nur abraten: letztes Jahr kam unserer nach Röntgen und separatem Transport als Hockeyschläger an, passend zur Hockey-WM in MG.

Nun aber zum Konzert:

Wir trafen kurz vor Robert Randolphs fulminantem Auftritt ein - der Bursche und seine Band sind wirklich großartig. Jason Mraz war uns vom Namen her unbekannt, aber die meisten seiner Titel laufen dauernd im Radio, zumindest  "I'm yours" und "Remedy" ( mag ich nicht ). Er erwähnte was von Schreibfehler auf Plakat oder Flyer, bei so einem Namen wohl verständlich. Mit dem albernen Hut erinnert mich der Bursche an Marius M-W ( neee ! ), aber musikalisch hat er wirklich was drauf, nicht so fad und eintönig wie später John Mayer. Der riss allerdings die hinter uns sitzenden Japaner von den Füßen, die verloren reineweg un-asiatisch ihre Fassung und kreischten und stürmten nach vorn. Sheryl Crow sang und spielte wieder souverän, sie gehört wirklich zu den Großen, wenngleich meine bessere Hälfte ihr Lied vom Santa Monica Boulevard schon bei unserem Besuch dort vor mehr als 10 Jahren nicht hören mochte. Und dass Amerikaner - wenn auch im Nebensatz - ihre Lebens- und Krankheitsgeschichte erwähnen, kommt nicht nur bei Musikern vor.

EC braucht bekanntermaßen nur seine Strat zu stimmen, um mich zu begeistern, deshalb schließe ich mich den anderen Berichten an - er war und ist einfach unübertroffen gut. Leider hatte ich meinem Mann "Little Wing" versprochen ( wir gucken jedesmal in der Brook Street bei Jimi vorbei ), wovon unsere tornado-durchnässten amerikanischen Freunde geschwärmt hatten - nix war's. Einige Titel kannten wir nicht, wie schon von anderen Fans bemerkt, aber es war genug zum Genießen und Mitsingen dabei. Die Zugabe war ebenfalls anders als in Noblesville, aber dafür mit Damenunterstützung - klasse! Zur Band: Chris Stainton spielt grandios, auch wenn er im Streifenpulli nicht wie der typische Star aussieht. Willie Weeks ist ein unauffälliger und zuverlässiger Begleiter, Doyle Bramhall hat sich deutlich verbessert in all den Jahren ( mit Grausen erinnern wir uns an seinen Auftritt mit der Smokestack-Lightning Band als Vorgruppe ..... ), die Sängerinnen gehören irgendwie dazu --- und Abe Laboriel Jr. fiel schon bei Paule dadurch auf, dass er richtig schuftet am Schlagzeug. Besonders an ihm hatte mein Mann einen Riesenspaß. Ach ja, er konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass EC auch nicht mehr der Jüngste sei, er sähe richtig alt aus - wie gut, dass der Zahn der Zeit an allen knabbert.

Zu den Konzerten in der RAH gehört immer ein Pint auf dem Rückweg nach Kensington zum Ritual ( manchmal klappte das nicht, als noch "last order" galt ), und das schlürften wir zum guten Abschluss einen vergnüglichen Abends auch auf dem Weg nach Marylebone.

Mit der 007-Ausstellung, Tut-anch-Amun im O2 und der Fullers Brauerei hatten wir ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die Woche. Mal sehen, was beim nächsten Konzert außerdem stattfindet - wir werden wieder dabei sein.