Rezension "The Road To Escondido"
Audio, November 2006. Von Claus Bohm.
Eine Aufnahme dieses Dreamteams liegt so nah, dass es ein großes Rätsel des Rock ist, warum der Meister relaxter Coolnes aus Tulsa und der arrivierte britische Gitarrero nicht viel früher gemeinsam ins Studio fanden, obwohl beide sich ewig kennen und schätzen. Schließlich verdankt E.C. zwei seiner Top Hits eben J.J.Cale - den er zudem als einen der großen Meister der letzten drei Dekaden würdigt.
Der Anstoss kam von EC: 2004 lud er den öffentlichkeitsscheuen Cale zu seinem Crossroads-Gitarrenfestival ein, mit dessen Erlösen er eine Drogenklinik unterstützt. En passant kam die Idee auf, Cale könnte doch ein Clapton-Album produzieren. Das Resultat ist das echte Teamwork "The Road To Escondido", bei dem elf der 14 Tracks aus Cales Feder stammen, das ansonsten aber die Qualitat der beiden ideal kombiniert - fur EC die Realisierung "eines meiner letzten offenen Wünsche", fur Cale "eine großartige Erfahrung".
Das gilt auch fur den Hörer - vom lässigen Groove über rockig Geprägtes, Honky Tonk und Shuffle bis zum gefühlvollen Duett im Klassiker "Sporting Life Blues" und EC leuchtend-sensibler Widmung an seine Töchter, "Three Little Girls". Einfach Klasse, wie die zwei Recken im wunderbar lässig rockenden "It's Easy", im flotten, blasergarnierten "Ride The River" wie im göttlich schlurfigen Blues "Heads In Georgia" oder dem treibenden Shuffle "When The War Is Over" Vocals und Gitarren tauschen, wie Cale ofter Clapton Stilismen abdampft, dieser den Cale-Kompositionen Zunder gibt, sei's durch ein bissigeres Solo. Der rasante Country-Galopp "Dead End Road" mit Fiddle und Honky Tonk Klavier ware bei J.J. sicher in gemachlicherem Trab verfallen. Und das Remake von "Anyway The Wind Blows" klingt saftiger als im Original.