Roger Waters -Us + Them"-Tour 2018

Gute Musik aus Blues, Rock und R&B

Re: Roger Waters -Us + Them"-Tour 2018

Beitragvon Jester » Di 22. Mai 2018, 10:34

Ich habe mich in diesem gegen ein Konzert von Waters entschieden. Die The Wall Tour war mir einfach damals noch als Student zu teuer und die jetzige Tour reizt mich so gar nicht. Die politischen Statements Waters' sind mir einfach too much. Die Show selbst mag ja ganz nett sein - aber musikalisch finde ich es einfach gruselig. Da ist mir jede australische oder britische Tribute Band lieber. Wenn ich eine Gilmour 1zu1 Kopie sehen will, dann gehe ich nicht zu einem Waters Konzert.
Dave Kilminster ist ein sehr guter Gitarrist - bei Steven Wilson hat er mich extrem begeistert, aber bei Waters ist es einfach nur Mittelmaß.

Das letzte Album war vom Statement her ganz okay. Musikalisch ebenfalls absolut belanglos. Ich kann echt nicht verstehen, warum Waters nicht einen Song aus Amused to Death spielt und gleichzeitig aber fast das gesamte Dark Side of the Moon Album. Die Stücke werden derart klinisch präsentiert, dass man auch ne Platte hören kann und es kommt aufs gleiche hinaus - zumal Waters ja auch bekannt dafür ist, in Teilen eine Playback Show zu liefern...
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Re: Roger Waters -Us + Them"-Tour 2018

Beitragvon smile07ec » Di 5. Jun 2018, 18:24

So, gestern war ja nun der "große Tag" in Mannheim. Tja, was soll ich sagen?! Ich versuche heute schon den ganzen Tag, das alles Revue passieren zu lassen. Dass es sehr politisch wird, war bekannt und wer zu Roger Waters geht, sollte auch wissen, dass da einer seine Ansichten vertritt, die zwar ihre Berechtigung haben, aber genauso oft auch zu fanatisch dargeboten werden. Bei uns war die Heidelberger Uni Wut-Thema, weil sie BDS als antisemitisch darstellten und deshalb nicht unterstützten.

Ok, jetzt zum eigentlichen Konzert. Die Show war - wie nicht anders erwartet - überwältigend. Die Effekte, das ineinandergreifen der einzelnen Szenen, die Technik - einzigartig! Wie Squonk schon erwähnte, konzentrierte sich der erste Teil auf die Kopfbühne mit Videos, die sehr schön, aber noch nicht so spektakulär "Waters-like" waren. Im zweiten Teil nach der Pause folgte dann jedoch ein Highlight dem anderen. Viele Pausengänger bekamen den Anfang von "Dogs" und den "Bau" der Battersea Power Station gar nicht mit. Als sie wieder reinkamen, stand die Station schon im Raum. Wir blieben zum Glück im Saal und ich filmte vom ersten Moment, als die blinkende Konstruktion zum Boden schwebte, sich die Power Station daraus erhob, bis zum letzten Ton. IRRE! Unsere Plätze waren ideal! Wir saßen hinten links in der Kurve der Loge im Unterrang, 2. Reihe und hatten beste Sicht auf Bühne und natürlich auch auf die komplette Battersea, die ja mittig durch die ganze Länge der Halle ging, bzw. über dem Innenraum-Publikum hing/stand. Die Leute da unten verpassten ein Riesen-Highlight und auch die, die genau mittig zur Bühne auf den Tribünen saßen, hatten Pech, dieses Spektakel zu sehen, weil sich ja alles auf den Längsseiten der Konstruktion abspielte. Ich hätte mich schwarz geärgert auf diesen Plätzen.

Und nun zur Musik. Tja?! Zuerst einmal. Dave Kilminster fand ich alles andere als Mittelmaß, Jester, aber zum einen bin ich kein Kenner, zum anderen ist das wohl auch Geschmackssache. Mir gefiel er gut. Vergleiche zu Gilmour kann ich nicht ziehen, denn ihn hörte ich noch nie live, kenne halt nur die Pink Floyd-Alben. Ich muss aber gestehen, dass ich bei diesem Konzert keine Gilmour-Kopie erwartete, sondern eher mit etwas veränderten Arrangements rechnete. Die bekam ich dann auch, aber das war nicht unbedingt von Vorteil. Irgendwie klang manches zu hart und unmelodisch. Ich vermisste einige Male den typischen "Pink Floyd-Träum-Dich-weg-Sound", bzw. wurde mittendrin knallhart wieder rausgerissen.

Es war trotzdem ein unglaublich tolles Erlebnis. Allein die Umsetzung dieser Effekte live zu erleben war unbeschreiblich und die teuren Tickets absolut wert. Da wurde richtig was geboten fürs Geld.

LG Petra
...und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen Astrid Lindgren
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