Chris Barber R.i.P.

Gute Musik aus Blues, Rock und R&B
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EricsBadge
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Chris Barber R.i.P.

Beitrag von EricsBadge » Mi 3. Mär 2021, 09:51

Mit 90 Jahren ist gestern Chris Barber gestorben. Er litt an Demenz.
Unvergessen sein Mitwirken beim John Mayall 70th Birthday Konzert am 19. Juli 2003 in Liverpool.

https://amp.theguardian.com/music/2021/ ... tX3HtO128A
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Stevie
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Re: Chris Barber R.i.P.

Beitrag von Stevie » Mi 3. Mär 2021, 14:38

Ich habe Chris Barber Ende der 70er im Hamburger Logo mehr zufällig erlebt.
Spielte richtig relaxte Musik, New Orleans Jazz.
Besonders "Ice Cream" ist unvergessen - und ich komme auch bis heute nicht mehr davon los - ein richtiger Ohrwurm.

R.I.P. Chris Barber

Stevie

trablu
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Re: Chris Barber R.i.P.

Beitrag von trablu » Do 4. Mär 2021, 00:25

Chris Barber war für Eric Clapton, die Rolling Stones und die Beatles mit eine ihrer wichtigsten Inspirationen.

Für Clapton und die Stones, weil er als erster Muddy Waters und Otis Spann in Europa präsentiert hat. Weit vor dem American Folk Blues Festival. In seinen eigenen Konzerten als „Pausenfüller“.
Zugleich ebnete er den Weg für Alexis Korner und für John Mayall.
Chris Barber brachte als erster den schwarzen Blues nach Europa.

Für die Beatles durch einen zweiten, früheren „Pausenfüller“. Seinen Banjospieler Lonnie Donegan, der musikalisch völlig vereinfacht American Folk und Country brachte. Am Kontrabass begleitet von Barber und am Schlagzeug oder Waschbrett vom jeweiligen Schlagzeuger der Barber Band.
Donegan nannte seine Musik „Skiffle“ – ein Fantasiebegriff.
Nach seiner Trennung von Barber löste Donegan in Europa einen wahren Skiffle-Boom aus.
Der dann durch die Beatles, die zuerst selbst Donegans Musik imitierten, beendet wurde.

Chris Barber spielte traditionellen New Orleans Jazz in allen Silrichtungen. Er war damit das Idol der europäischen Nachkriegsgeneration. Und machte den traditionellen schwarzen Jazz in Europa als Unterhaltungsmusik populär.

Egal, welche Musikstile in den vergangenen 50 Jahren den Zeitgeist prägten – Barber geriet nie in Vergessenheit. Seine Tourneen waren ausverkauft. Bis zuletzt.
Und er löste selbst in den früheren siebziger Jahren – vor allem in der Bundesrepublik – durch unzählige von ihm inspirierte Jazzbands einen zweiten Jazz-Boom aus.
„Hamburg 75“, die Gute-Laune-Szene nach der Star Club-Ära fußte auf Barber. Und durch die unzähligen Jazz-Frühschoppen wird diese Musik ewig weiterleben.

Ich habe die Big Chris Barber Jazz & Blues Band vor gut 8 Jahren in einer kleinen Stadthalle gesehen. Ein perfekt aufeinander eingespieltes achtköpfiges Ensemble, das von einem über achtzigjährigen Posaunisten geleitet wurde. Musik für die Ewigkeit.

Mit Chris Barber ist einer der ganz Großen von den Bühnen dieser Welt abgetreten.

trablu

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